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Porträt
Ein Ohr am Holz
Beim Judasohr muss man nicht lange nach dem Namen suchen: Die dünnen, gewellten Fruchtkörper von Auricularia erinnern tatsächlich an ein menschliches Ohr. Hinzu kommt eine Struktur, die man von den meisten Speisepilzen nicht kennt: Frisch ist der Fruchtkörper weich, biegsam und gallertartig. Der Gattungsname trägt das Bild schon in sich – das lateinische auricula bedeutet „Öhrchen“.
Der Pilz wächst an Holz. Als Kulturpilz wird Auricularia auf Laubholz oder holzhaltigem Substrat angebaut; in der Natur besiedelt er vor allem alte oder abgestorbene Laubbäume.
SteckbriefUnser Auricularia
- Gattung
- Auricularia
- Verwendeter Teil
- Fruchtkörper
- Herkunft
- China
- Form
- getrocknet, fein vermahlen
- Geschmack
- sehr mild · leicht erdig
- Weitere Namen
- Judasohr · Holzohr · Mu-Err · Wood Ear
Fruchtkörper
WissenGetrocknet haltbar, im Wasser wieder weich
Auricularia übersteht Trockenheit. In der Natur schrumpft der Fruchtkörper bei Trockenheit zusammen und wird fest, mit Feuchtigkeit wird er wieder weich. Ganze getrocknete Fruchtkörper sind deshalb gut lagerfähig und werden vor der Zubereitung einfach in Wasser eingeweicht; dabei nehmen sie ein Mehrfaches ihrer getrockneten Größe an.
In China wird Auricularia seit mehr als tausend Jahren kultiviert – woher auch unsere Ware stammt. Beim Pulver spielt das Einweichen keine Rolle mehr: Die Fruchtkörper sind bereits fein vermahlen und lassen sich direkt in warme Speisen einrühren.
Namen木耳mù'ěr„Holzohr“キクラゲkikurage„Holzqualle“
VorgeschmackBesonders schön in Suppen, Brühen, Wokgerichten und Saucen.
Mehr dazu unter Verwendung →SensorikWie schmeckt Auricularia?
Der Geschmack ist sehr mild, leicht erdig und zurückhaltend. Ganze Fruchtkörper werden in der asiatischen Küche vor allem wegen ihrer gallertig-knackigen Textur geschätzt, weniger wegen ihres Eigengeschmacks. Im fein vermahlenen Pulver bleibt davon der stille Pilzcharakter: Es fügt sich in ein Gericht ein, statt die Hauptrolle zu übernehmen.
TraditionEin Ohr, viele Deutungen
Der deutsche Name geht auf eine Legende zurück: Judas Iskariot soll sich nach seinem Verrat an einem Holunder erhängt haben. Weil das europäische Judasohr besonders gern auf altem Holunderholz wächst, galten die ohrförmigen Pilze als sein Ohr. Schon im Mittelalter trug der Pilz den lateinischen Namen auricula Judae, und die meisten europäischen Sprachen sind ihm darin gefolgt.
In China heißt der Pilz seit Jahrhunderten 木耳 (mù'ěr), „Holzohr“ – dasselbe Bild vom Ohr, dort ohne Judas. In Japan fiel dagegen eher die Beschaffenheit auf: kikurage, „Holzqualle“. Und als Forschende 2014 die in China am häufigsten angebaute Art als eigene Art beschrieben, wählten sie als Namen den chinesischen: heimuer, nach 黑木耳, „schwarzes Holzohr“.
Häufig gefragt
Alle drei Namen bezeichnen Pilze der Gattung Auricularia, aber nicht immer dieselbe Art. Das europäische Judasohr (Auricularia auricula-judae) wächst vor allem auf Holunder. Die in China am häufigsten angebaute Art wurde erst 2014 als eigene Art beschrieben, Auricularia heimuer; zuvor wurde sie ebenfalls unter dem Namen auricula-judae geführt. Bei unserem Pulver ist deshalb der Gattungsname Auricularia angegeben.
Nein. Ganze getrocknete Auricularia-Pilze werden üblicherweise eingeweicht. Das fein vermahlene Pulver kann dagegen direkt in warme Speisen eingerührt und mitgegart werden.
Nein. Auricularia wird im Handel teils als Nahrungsergänzungsmittel angeboten – unser Auricularia-Fruchtkörperpulver ist davon unabhängig ein gewöhnliches Lebensmittel für die Küche.
- Unsere angebotenen Produkte werden nur für nicht der Lebensmittelgewinnung dienende Tiere hergestellt und verkauft. Weitere Informationen
- Laut Deutschem Futtermittelgesetz sind Kräuter keine Arzneimittel, sondern Futtermittel. Deshalb ist es uns nicht erlaubt, krankheitsbezogene Angaben zu den angebotenen Produkten zu machen. Mehr dazu findet ihr hier: Warum wir nur noch bedingt Kräuterbeschreibungen einstellen dürfen
- Dosierungs- und Anwendungsempfehlung
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Küchenpraxis
Auricularia in der Küche
Das fein vermahlene Pulver lässt sich unmittelbar in warme Speisen einrühren oder mitkochen – ein Einweichen wie bei ganzen getrockneten Fruchtkörpern ist nicht nötig. Sein Aroma ist zurückhaltend, deshalb lässt es sich gut mit kräftigeren Gewürzen, Gemüse und anderen Pilzen kombinieren. Die charakteristische Textur des ganzen Pilzes bringt das Pulver nicht mit; es steuert eine milde, leicht erdige Pilznote bei. Wir empfehlen es ausschließlich für Speisen, die erhitzt werden.
Passt besonders zu Suppen & Brühen · Gemüsegerichte · Reis & Nudeln · Wokgerichte · Saucen · PilzmischungenMenge ½–1 TL pro Portion (ca. 1–2 g), als OrientierungErgiebigkeit 50–100 Anwendungen pro 100-g-Packung - Zusammensetzung
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Rohstoff
100 % Auricularia (Judasohr), Fruchtkörper. Keine weiteren Zutaten.
Herkunft ChinaVerarbeitung getrocknet, fein vermahlenQualitätNur der Fruchtkörper
Beim Vermahlen verliert Auricularia, was ihn sonst ausmacht: die Gestalt des Ohres. Was bleibt, ist derselbe getrocknete Fruchtkörper – der sichtbare Teil des Pilzes, der aus dem Myzel hervorwächst, dem feinen Geflecht im Holz oder Kultursubstrat. Für unser Pulver verwenden wir ausschließlich ihn: kein Myzel, kein Extrakt, keine Trägerstoffe. Fruchtkörper und Myzel werden im Handel unterschiedlich angeboten; auf der Zutatenliste steht bei uns deshalb genau ein Eintrag: Auricularia-Fruchtkörper.
NährwerteDurchschnittliche Nährwerte
je 100 gBrennwert 1087 kJ / 261 kcal Fett 1,8 g davon gesättigte Fettsäuren 0,24 g Kohlenhydrate 29,5 g davon Zucker 0,24 g Ballaststoffe 41,3 g Eiweiß 11,1 g Salz 0,05 g Lagerung: Kühl, trocken und lichtgeschützt lagern. Nach dem Öffnen wieder gut verschließen und vor Feuchtigkeit schützen. Abgefüllt im wiederverschließbaren Aromaschutzbeutel.
Rechtlicher Hinweis: Unsere Produkte sind Lebensmittel und keine Arzneimittel. Unsere Produkte dienen der Ernährung. Dosierungsangaben sind Richtwerte, jeder Organismus reagiert individuell. Bei Vorerkrankungen, bekannten Unverträglichkeiten, Schwangerschaft oder Stillzeit empfehlen wir vorab Rücksprache mit Arzt oder Ärztin. Angaben zur Anwendung ersetzen keine ärztliche Beratung.