Kaum ein Pilz hat es so eilig wie der Schopftintling. Jung steht er als weißer, schuppiger Zylinder auf Wiesen und an Wegrändern. Schon wenige Stunden nach der Ernte färben sich seine Lamellen schwarz, und der Hut zerfließt von unten her zu einer tintenschwarzen Flüssigkeit. Der Pilz verdaut sich gewissermaßen selbst, um seine Sporen in die Welt zu tropfen.
Die Tinte gab ihm seinen deutschen Namen, die abstehenden Schuppen seinen lateinischen: comatus heißt „behaart“. Und die Eile erklärt, warum Schopftintlinge nie im Gemüseregal liegen. Wer sie verwenden will, muss sie jung ernten und sofort verarbeiten, für ein Pulver also innerhalb weniger Stunden trocknen.
Jung weiß und schuppig – Stunden später tintenschwarz
Im Futter
Wofür füttert man Coprinus?
Coprinus wird traditionell zur Unterstützung eines ausgeglichenen Stoffwechsels gefüttert. In der Pilzkunde zählt der Schopftintling zu den Vitalpilzen, die man vor allem für die tägliche Stoffwechselarbeit schätzt, weniger für die Abwehrkräfte wie Maitake oder Agaricus.
Dazu liefert er, was alle Pilze mitbringen: Beta-Glucane aus der Zellwand, reichlich Eiweiß und B-Vitamine.
Wissen
Ein Baustein, den nur Pilze bilden
Schopftintlinge enthalten Ergothionein, einen schwefelhaltigen Baustein aus einer Aminosäure. Weder Pferde noch Hunde können ihn selbst herstellen; sie nehmen ihn ausschließlich mit dem Futter auf und speichern ihn in ihren Geweben.
Gebildet wird Ergothionein fast nur von Pilzen und einigen Bodenbakterien. Im gewöhnlichen Futter kommt er deshalb nur in Spuren vor, in Pilzen dagegen reichlich.
Ein Pilz, der mit seiner eigenen Tinte schreibt.
Häufig gefragt
Besser nicht. Der Schopftintling selbst ist essbar, doch er wächst gern an Straßenrändern und auf gedüngten Flächen und nimmt dort Schwermetalle aus dem Boden auf. Dazu kommt die Verwechslungsgefahr mit anderen Tintlingen. Getrocknetes Pulver aus kontrollierter Ware ist die sichere Wahl.
Ja. Weil Coprinus traditionell für den Stoffwechsel und Pilze wie Maitake für die Abwehrkräfte gefüttert werden, ergänzen sie sich gut. Dann die Tagesmengen der einzelnen Pilze entsprechend verringern.
Unsere angebotenen Produkte werden nur für nicht der Lebensmittelgewinnung dienende Tiere hergestellt und verkauft. Weitere Informationen
Laut Deutschem Futtermittelgesetz sind Kräuter keine Arzneimittel, sondern Futtermittel. Deshalb ist es uns nicht erlaubt, krankheitsbezogene Angaben zu den angebotenen Produkten zu machen. Mehr dazu findet ihr hier: Warum wir nur noch bedingt Kräuterbeschreibungen einstellen dürfen
Dosierungs- und Anwendungsempfehlung
Fütterungspraxis
Jung geerntet, schnell getrocknet.
Fütterung
So wird Coprinus gefüttert
Das Pulver einmal täglich unter das Futter mischen. Beim Hund lässt es sich am besten in Nassfutter einrühren, beim Pferd unter eine angefeuchtete Kraftfutterportion oder ein Mash. Trockenes Futter vorher leicht anfeuchten, dann haftet das feine Pulver und staubt nicht.
In der ersten Woche mit der halben Menge beginnen.
Tagesmenge
Pferde
Pferd
pro Tag
Pony, Kleinpferdbis ca. 400 kg
2–5 g
Großpferdab ca. 400 kg
5–10 g
Hunde 0,1–0,3 g je 5 kg Körpergewicht
Hund
pro Tag
5 kg
0,1–0,3 g
10 kg
0,2–0,6 g
20 kg
0,4–1,2 g
30 kg
0,6–1,8 g
40 kg
0,8–2,4 g
Dauer: als Kur über 8–12 Wochen, danach 4 Wochen Pause. Messhilfe: 1 gestrichener Teelöffel ≈ 2 g. Für kleine Hunde lohnt eine Feinwaage.
Ergiebigkeit
Hund, 20 kg100 g ≈ 3–8 Monate
Pony, 2–5 g100 g ≈ 20–50 Tage
Großpferd, 5–10 g100 g ≈ 10–20 Tage
Einem Hund reicht ein Beutel meist für eine ganze Kur. Beim Großpferd sind für eine Kur mehrere Beutel nötig.
Bitte vorher Rücksprache halten mit Tierarzt oder Tierheilpraktiker bei tragenden Stuten, säugenden Hündinnen, Fohlen und Welpen sowie bei Tieren, die regelmäßig Medikamente bekommen.
Zusammensetzung
Rohstoff
Einzelfuttermittel. 100 % Coprinus (Coprinus comatus), getrockneter Fruchtkörper, fein gemahlen. Keine weiteren Zutaten.
HerkunftChina
Formgetrocknet, fein gemahlen
Qualität
Ein Wettlauf mit der Zeit
Ein Schopftintling taugt nur so lange, wie sein Hut weiß ist. Sobald sich die Lamellen schwarz färben, beginnt der Pilz sich aufzulösen. Für ein gutes Pulver werden deshalb nur junge Fruchtkörper verwendet und noch am Tag der Ernte getrocknet.
Unser Coprinus ist reiner Fruchtkörper, ohne Myzel und ohne Trägerstoffe. Die helle Farbe des Pulvers zeigt, dass er rechtzeitig getrocknet wurde.
Analytische Bestandteile
Rohproteinca. 20–25 %
Rohfettca. 3–5 %
Rohfaserca. 25–35 %
Rohascheca. 4–7 %
Lagerung: Kühl, trocken und lichtgeschützt lagern, nach dem Öffnen gut verschließen. Das feine Pulver zieht Feuchtigkeit an, deshalb nur mit einem trockenen Löffel entnehmen.
Rechtlicher Hinweis: Unsere Produkte sind Futtermittel, keine Arzneimittel. Wir beschreiben, welche Rolle sie in der Tierernährung spielen. Bei gesundheitlichen Beschwerden gehört das Tier zuerst in tierärztliche Hände. Unsere Produkte sind für Tiere bestimmt, die nicht der Lebensmittelgewinnung dienen. Bei Pferden heißt das: nur für Equiden, die im Equidenpass als nicht zur Schlachtung bestimmt eingetragen sind.
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