Als Carl von Linné 1753 dem Flachs seinen wissenschaftlichen Namen gab, wählte er ein Lob: Linum usitatissimum, „der allernützlichste Lein“. Kaum eine Pflanze hat ihn so verdient. Aus den Stängelfasern wird Leinen gesponnen, aus den Samen Öl gepresst, und als Nahrung begleitet Lein den Menschen seit den Anfängen des Ackerbaus. Er gehört zu den ersten Kulturpflanzen der Jungsteinzeit.
Seine Spuren reichen bis in unsere Alltagssprache. Die Linie war ursprünglich ein Leinenfaden, und Linoleum ist nach dem Leinöl benannt, aus dem es hergestellt wird. Selbst die wichtigste Fettsäure im Leinsamen trägt den Lein im Namen: Alpha-Linolensäure.
Unser Goldleinsamen ist die helle Spielart des bekannten braunen Leinsamens. Er stammt aus Polen.
Steckbrief
Unser Goldleinsamen
Botanischer Name
Linum usitatissimum L.
Weitere Namen
Goldleinsaat, gelber Leinsamen, Flachs, Lein, Golden Flaxseed
Pflanzenfamilie
Leingewächse (Linaceae)
Verwendeter Teil
Samen
Form
ganz, ungeschrotet
Herkunft
Polen
Geschmack
mild, nussig
Geeignet für
Pferde, Hunde, Katzen
Turnier (ADMR)
nicht relevant
Goldgelb statt braun – dieselbe Pflanze, eine andere Samenschale
Im Futter
Wofür füttert man Goldleinsamen?
Goldleinsamen wird traditionell im Fellwechsel und zur Unterstützung der natürlichen Verdauung gefüttert. Zwei Bestandteile machen ihn dafür interessant. Sein Fett besteht zu einem großen Teil aus Alpha-Linolensäure, einer Omega-3-Fettsäure, die der Körper nicht selbst bilden kann und mit dem Futter aufnehmen muss. Und in seiner Samenschale sitzen Schleimstoffe, die im feuchten Futterbrei aufquellen.
Für Pferde kommt ein dritter Punkt hinzu: Leinsamen liefert Energie überwiegend aus Fett, nicht aus Stärke. Deshalb ist er ein beliebter Baustein in getreidearmen Rationen.
Wissen
Gold oder braun?
Goldleinsamen und brauner Leinsamen gehören zur selben Art. Der Unterschied steckt in der Samenschale: Bei der goldgelben Sorte fehlen die dunklen Farbstoffe. Fettgehalt und Fettsäuren sind ähnlich, der Geschmack ist beim Goldleinsamen milder und nussiger.
Jeder Leinsamen enthält von Natur aus Verbindungen, aus denen Blausäure entstehen kann. Goldleinsamen gilt als die blausäureärmere Sorte und wird deshalb in der Pferdefütterung gern ungekocht verwendet. In den empfohlenen Mengen muss er weder gekocht noch überbrüht werden.
Welche Form?
Ganz, gemahlen oder als Öl?
Ganze Goldleinsamen sind die erste Wahl, wenn frisch geschrotet werden kann: Fett, Eiweiß und Schleimstoffe kommen gemeinsam und unberührt ins Futter. Gemahlener Goldleinsamen erspart die Mühle und passt zu Hunde- und Katzenhaltern, die kleine Mengen füttern und den Beutel zügig aufbrauchen. Leinöl liefert nur den Fettanteil, also die Alpha-Linolensäure ohne Schleimstoffe, und lässt sich tropfengenau dosieren.
Selbst die wichtigste Fettsäure im Leinsamen trägt den Lein im Namen.
Häufig gefragt
Nein. In den empfohlenen Mengen wird er ungekocht gefüttert, ganz oder frisch geschrotet. Kochen lohnt sich nur, wenn Leinsamenschleim für ein Mash gewünscht ist: dann einige Minuten sprudelnd aufkochen und offen abkühlen lassen. Bloßes Überbrühen bringt keinen Vorteil.
Pferde können beides bekommen. Geschroteter Leinsamen wird besser aufgeschlossen, deshalb fällt die Menge dann geringer aus. Hunde und Katzen bekommen ihn immer geschrotet oder eingeweicht, denn ganze Samen passieren ihren Darm meist unverdaut. Geschrotet wird jeweils frisch, weil das Fett an der Luft schnell ranzig wird.
Ja, Leinsamen lässt sich gut mit beidem kombinieren. Enthält ein Mash oder Mineralfutter bereits Leinsamen, wird die Menge aus der Fütterungsempfehlung entsprechend reduziert.
Unsere angebotenen Produkte werden nur für nicht der Lebensmittelgewinnung dienende Tiere hergestellt und verkauft. Weitere Informationen
Laut Deutschem Futtermittelgesetz sind Kräuter keine Arzneimittel, sondern Futtermittel. Deshalb ist es uns nicht erlaubt, krankheitsbezogene Angaben zu den angebotenen Produkten zu machen. Mehr dazu findet ihr hier: Warum wir nur noch bedingt Kräuterbeschreibungen einstellen dürfen
Dosierungs- und Anwendungsempfehlung
Fütterungspraxis
Frisch geschrotet, ungekocht.
Fütterung
So wird Goldleinsamen gefüttert
Goldleinsamen einmal täglich unter das Futter mischen. Pferde bekommen ihn ganz oder kurz vor dem Füttern geschrotet, Hunde und Katzen immer frisch geschrotet oder einige Stunden in kaltem Wasser eingeweicht. Eine handelsübliche Getreide- oder Kaffeemühle genügt. In der ersten Woche mit der halben Menge beginnen.
Leinsamen quillt im Futter und bindet Wasser. Frisches Trinkwasser muss deshalb immer zur Verfügung stehen.
Tagesmenge
Pferde
Pferd
ganz
frisch geschrotet
Pony, Kleinpferdbis ca. 400 kg
20–30 g
max. 15–20 g
Großpferdab ca. 400 kg
30–50 g
max. 20–30 g
Hunde immer frisch geschrotet oder eingeweicht
Hund
pro Tag
Kleiner Hundbis 10 kg
½–1 TLca. 2–4 g
Mittelgroßer Hund10–25 kg
1 TLca. 4 g
Großer Hundüber 25 kg
1–2 TLca. 4–8 g
Katzen fein und frisch geschrotet
Katze
Menge
Erwachsene Katze
max. ¼ TL2–3 × pro Woche
Dauer: 2–3 Wochen füttern, danach mindestens 2–3 Wochen Pause. Messhilfe: 1 gestrichener Esslöffel ganze Samen ≈ 10 g, 1 gestrichener Teelöffel ≈ 4 g.
Ergiebigkeit
Großpferd, 3 Wochenca. 0,6–1 kg
Pony, 3 Wochenca. 0,4–0,6 kg
Mittelgroßer Hund500 g ≈ 4 Monate Futtertage
Ganze Samen bleiben lange frisch. Deshalb lohnt beim Pferd der größere Beutel, während für Hund und Katze der kleinste weit reicht.
Leinsamen enthält von Natur aus Verbindungen, aus denen Blausäure entstehen kann. Die angegebenen Mengen bitte nicht überschreiten.
Zusammensetzung
Rohstoff
Einzelfuttermittel. 100 % Goldleinsamen (Linum usitatissimum), ganz. Keine weiteren Zutaten.
HerkunftPolen
Formganz, ungeschrotet
Qualität
Warum ganze Samen?
Das Fett im Leinsamen besteht zu einem großen Teil aus mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Sie sind empfindlich: Sobald die Samenschale aufbricht, kommen sie mit Sauerstoff in Kontakt und werden mit der Zeit ranzig. Die intakte Schale schützt sie wie eine Verpackung.
Deshalb bieten wir Goldleinsamen ganz an. Geschrotet wird erst im Stall oder in der Küche, möglichst kurz vor dem Füttern. So kommt das Fett so frisch ins Futter, wie es die Pflanze angelegt hat.
Analytische Bestandteile
Rohfett38 %
Rohprotein20 %
Rohfaser28 %
Rohasche3 %
Lagerung: Kühl, trocken und lichtgeschützt lagern, nach dem Öffnen gut verschließen. Ganze Samen sind lange haltbar; geschroteten Leinsamen noch am selben Tag verfüttern.
Rechtlicher Hinweis: Unsere Produkte sind Futtermittel, keine Arzneimittel. Wir beschreiben, welche Rolle sie in der Tierernährung spielen. Bei gesundheitlichen Beschwerden gehört das Tier zuerst in tierärztliche Hände. Unsere Produkte sind für Tiere bestimmt, die nicht der Lebensmittelgewinnung dienen. Bei Pferden heißt das: nur für Equiden, die im Equidenpass als nicht zur Schlachtung bestimmt eingetragen sind.
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